Solarlux Campus

Gebaute Unternehmenskultur: Der Solarlux Campus setzt Maßstäbe in Gestaltung, Nachhaltigkeit und Kommunikation und interpretiert einen modernen Industriebau völlig neu. Er führt nicht nur die bisherigen drei Standorte zusammen und verbessert die Funktionalität und Prozesse dieses modernen Produktionsbetriebes. Es geht weit darüber hinaus. Für den Neubau wurde ein Konzept entwickelt, das zur Unternehmenskultur von Solarlux passt. Transparenz und Durchlässigkeit zeichnen nicht nur die Systeme aus, sondern sind auch im Umgang miteinander wichtig. Der neue Standort bildet die Werte des Unternehmens – Offenheit, Kommunikation, Respekt und Nachhaltigkeit – auch baulich ab. Die konsequent transparente Architektur wurde in allen Gebäudeteilen umgesetzt und mit den eigenen Schiebe- und Faltsystemen gestaltet. Rund 650 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten auf 58.000 Quadratmetern in Forschung & Entwicklung, Produktion, Lager, Logistik und Verwaltung. Es gibt diverse Konferenzräume, einen Schulungstrakt, einen Ausstellungsraum, ein multifunktionales Foyer und ein Mitarbeiterrestaurant sowie ausgedehnte Außenanlagen.

Architektur und Energiekonzept

Solarlux Campus Produktion Rückhaltebecken

Der Solarlux Campus in Melle verbindet lichtdurchflutete, transparente Architektur mit einem intelligenten Energiekonzept. Geringer Wärmebedarf, hohe Speicherfähigkeit, erneuerbare Energie und die Lowtech-Ausstattung sparen 800.000 kg CO2 pro Jahr ein. Leitender Gedanke für den Campus war von Beginn an, dass die Architektur die Durchlässigkeit der eigenen Systeme transportiert. Alle Gebäudeteile sind durchflutet mit Licht und Luft, in den Büros genauso wie in den Produktionsbereichen. Das ausgeklügelte Energiekonzept macht sich neben erneuerbaren Energiequellen die natürlichen Ressourcen des Standorts zunutze, wie zum Beispiel die Kühlung der Produktionshallen über das Retentionsbecken.

Solarlux Campus Doppelfassade
Solarlux Campus Doppelfassade

Doppelfassade

Das Konzept der Solarlux CO2mfort-Fassade wurde bereits 2010 für den ersten eigenen Neubau entwickelt und findet seitdem an jedem Standort Anwendung. Inspiriert vom historischen Konzept des Kastenfensters überträgt es das Prinzip der Zweischaligkeit auf die Fassadenebene. Dabei wird dem wärmegedämmten Raumabschluss durch ein Schiebesystem oder eine Glas-Faltwand eine weitere ungedämmte Verglasung vorgelagert. Dazwischen entsteht ein begehbarer Korridor mit Pufferfunktion. Abhängig von der Außentemperatur lassen sich Raumtemperatur und Belüftung durch die Nutzer*innen autark steuern, indem z.B. vorgewärmte Luft in den Innenraum gelassen werden kann. Das verringert den Energieaufwand zum Heinzen und Kühlen. Für die Nutzer*innen entsteht zudem das Gefühl, auf dem Balkon zu sitzen, wenn beide Ebenen geöffnet sind.

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Solarlux Produktion Megaline Fassade Öffnung Tageslicht
Solarlux Produktion Megaline Fassade Öffnung Tageslicht

Kühlung und Lüftung

Die über 4,50 Meter hohen Megaline Faltwände der Produktionshallen wurden auf einen Impuls des Architekten hin entwickelt. Sie ermöglichen eine großzügige Versorgung mit Tageslicht und Außenluft in den Produktionshallen bis in die Tiefe. Auch die Kühlung der Werkhallen erfolgt passiv per Nachtauskühlung. Sobald die Außentemperatur unter die Halleninnentemperatur sinkt, öffnen sich Dach- und Lamellenfenster. Selbst bei Windstille sorgt der Temperaturunterschied für thermischen Auftrieb und somit Luftaustausch. Die Betonteile der Konstruktion wirken als Energiespeicher. Sie speichern die Nachtkälte und geben diese tagsüber wieder an die Umgebung ab. Diese Speichervorgänge machen den größten Teil des Kühleffektes aus. Sobald die Außentemperatur über die Halleninnentemperatur steigt, schließen sich Dach- und Lamellenfenster wieder und bleiben den ganzen Tag geschlossen.

Solarlux Campus Geothermie
Solarlux Campus Geothermie

Geothermie

Der gesamte Campus ist mehr Segelschiff als Motorboot und macht sich auf sanfte Art die Kräfte der Natur zunutze. Wichtiger Eckpfeiler der Energieversorgung: die Geothermie. Basis dieser Technik ist ein Erdsondenfeld von 75 Sonden, die 80 Meter ins Erdreich reichen. Sie transportieren die höhere Temperatur aus dem Erdinneren über eine Wärmeträgerflüssigkeit – hier reines Wasser – an die Oberfläche. Per Wärmepumpe fließt sie in das Heizsystem. Die so gewonnene Energie von rund 300 Kilowatt dient sowohl zum Heizen im Winter als auch zum Kühlen im Sommer – eine spürbare Entlastung der Energiekosten und ein Gewinn für die Umwelt. 2024 produzierte die geothermisch betriebene Wärmepumpe insgesamt 307 MWh Wärme und 815 MWh Kälte. 

Foto der Ausstellung auf dem Solarlux Campus in Melle
Foto der Ausstellung auf dem Solarlux Campus in Melle

Betonkernaktivierung

Das Foyer des Solarlux Campus wird ausschließlich durch Betonkernaktivierung gekühlt und geheizt. Allein 150 Kilometer Rohrleitungen wurden zu diesem Zweck in den Betonwänden und im Boden verlegt. So macht man sich die Fähigkeit des Betons zunutze, thermische Energie zu speichern. In den Produktionshallen konnte man auf die Rohrleitungen verzichten: Die Masse der Betonbauteile reicht aus, um die nächtliche Kühle zu speichern. Die Dimensionen – der Produktionsbereich umfasst 58.000 Quadratmeter – und Betonwände und -böden bieten ideale Voraussetzungen.

Foto der Photovoltaik Anlage auf den Dächern der Produktion
Foto der Photovoltaik Anlage auf den Dächern der Produktion

Photovoltaikanlage auf den Dächern

Der Anteil erneuerbarer Energiequellen im Energiemix von Solarlux steigt kontinuierlich. Von zentraler Bedeutung für die Energieversorgung sind die drei Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern. Im Jahr 2024 wurde die Photovoltaikanlage um 2.408 Module mit einer Gesamtleistung von 987 kWp erweitert und erzeugte insgesamt 1.976 MWh Strom, rund 750 MWh mehr als im Vorjahr. Insgesamt umfassen die drei Anlagen knapp 7.000 Module und erbringen eine Leistung von 2501kWp. Insgesamt können wir durch die Anlagen ca. 800.000 kg CO²-Emissionen im Jahr vermeiden. Auch der neue Linara Vertriebsstandort in Kaufbeuren erhielt eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 145 kWp.
 

 

 

Solarlux Mitarbeiter säubert die Beschichtungsanlage
Solarlux Mitarbeiter säubert die Beschichtungsanlage

Prozesswärmenutzung

In Melle integrierte Solarlux erstmalig eine eigene Pulverbeschichtung für Alu-Profile. Die Lackierung ist aufgrund der konstant notwendigen hohen Temperaturen sehr energieintensiv und verursacht deshalb besonders viel Abwärme. Während diese Energie in konventionellen Pulverbeschichtungsanlagen verlorengeht, verwertet Solarlux die Abwärme weiter. Ein Teil fließt wieder zurück in die Lackierung und senkt so den Energiebedarf. Ein anderer hilft beim Heizen der großen Fertigungshallen. Besonders in der Übergangszeit ist man so fast unabhängig von weiterer Heizenergie.

Solarlux Campus grüne Freiflächen Bienen Imker
Solarlux Campus grüne Freiflächen Bienen Imker

Die Freiflächen

Großzügige Terrassen machen den größten zusammenhängenden Teil der Außenanlagen auf dem Campus aus. Hier wachsen zahlreiche heimische Pflanzen. Insgesamt sind auf dem Gelände 520 Bäume, 4.800 Quadratmeter Sträucher und 4.600 Quadratmeter Bodendecker zu finden. Anstatt klassischer Rasenflächen bieten Wildblumenwiesen für Hummeln, Schmetterlinge und Bienen eine wichtige Nahrungsgrundlage. So haben auch die Bienenstöcke eines Imkers auf dem Campus ihren Platz gefunden. Aber größere Lebewesen wie Hasen, Störche, Enten und Katzen fühlen sich auf dem Campus tierisch wohl.

Foto der Dachbegrünung des Solarlux Firmengebäudes
Foto der Dachbegrünung des Solarlux Firmengebäudes

Dachbegrünung

Ein Großteil der Dächer des Solarlux Firmengebäudes sind großflächig begrünt und bilden nicht nur eine optische Bereicherung für die sichtbaren Dachflächen. Begrünte Dächer schützen die Dachhaut und wirken schall- und wärmedämmend, bei Starkregen entlasten sie zudem die Kanalisation. Durch Verdunstung und Regenrückhaltung sowie Bindung von Schall und Luftschadstoffen beeinflussen sie das Mikroklima der Umgebung positiv und sind Ersatzlebensraum für Pflanzen und kleine Tiere.

Solarlux Campus: Der Bau im Zeitraffer