Revitalisierung der Kellogg’s Silos in Bremen
Im Westen Bremens entsteht mit der Überseestadt auf rund 300 Hektar ein neues Stadtviertel auf dem Gelände des ehemaligen Überseehafens. Ein Teilbereich ist die Halbinsel „Überseeinsel“ mit den früheren Kellogg’s-Werkanlagen, die im Zuge einer umfassenden Revitalisierung einer vielfältigen Nutzung zugeführt wurden. Weithin sichtbarer Hochpunkt und inoffizielles Wahrzeichen am Weserufer sind die alten Kornspeicher des Lebensmittelherstellers Kellogg’s aus den 1970er-Jahren. Sie wurden vom Wiener Architekturbüro Delugan Meissl in ein Hotel umgewandelt – mit einem außergewöhnlichen Umnutzungskonzept, das die Geschichte des Ortes sensibel fortschreibt.
Die architektonischen Leitlinien der Überseeinsel GmbH als Bauherrin gaben vor, sowohl den Industriecharakter als auch die Symbolkraft des Silogebäudes zu bewahren. Diese Vorgabe prägte den Entwurf von Delugan Meissl entscheidend.
Das Team entwickelte ein außergewöhnliches Konzept, das den Bestand weitgehend erhält und zugleich eine zeitgemäße Nutzung ermöglicht. Die charakteristische Silhouette der acht Kornspeicher, die einst bis zu 5.000 Tonnen Mais, Weizen und Hafer fassten, blieb bestehen. Im Inneren entstand das John & Will Silo-Hotel mit 117 kreis- und halbkreisförmigen Zimmern, verteilt auf 14 Etagen in den rund 40 Meter hohen, ehemals fensterlosen Röhren.
Zur Belichtung der Hotelzimmer wurden in die 16 Zentimeter dicken Betonringe horizontale Fensterbänder eingefräst, die nun spektakuläre Ausblicke über die Weser bieten. Die neuen Zwischendecken zur Erschließung der Räume wurden aufwändig in Handarbeit gefertigt, ein Prozess, der erheblichen Zeit- und Personalaufwand erforderte. Der beim Fräsen angefallene Betonschutt von etwa 3.500 m³ musste zudem vollständig per Schubkarre abtransportiert werden.