Urbanes Wohnen in historischem Kontext

Wohntürme Carlsberg Byen in Kopenhagen

 

Auf dem ehemaligen Gelände der Carlsberg-Brauerei in Kopenhagen ist ein neuer, lebendiger Stadtteil mit eigener Identität entstanden – Carlsberg Byen. Er bewahrt das kulturelle Erbe und zeigt sich gleichzeitig modern und zukunftsorientiert. Neun Wohntürme prägen die Silhouette, die sich durch ihre Farbgebung, Materialität und einen hohen Außenraumbezug auszeichnen. Darunter der Pasteurs Tårn (Pasteur-Turm), der seit seiner Fertigstellung das höchste Gebäude und ein markantes Wahrzeichen der dänischen Hauptstadt ist.

Von 1850 bis 2008 produzierte die Carlsberg Brauerei Bier auf dem 33 Hektar großen Areal Carlsberg Byen, das einst vor den Toren der Stadt lag. Heute ist es von den Stadtteilen Vesterbro, Valby und Frederiksberg umgeben. Doch statt das durch die Gentrifizierung Kopenhagens stark aufgewertete Grundstück zu verkaufen, sollte ein neues, lebendiges Stadtquartier mit Wohnungen, Büros, Kultur- und Freizeiteinrichtungen entstehen, das dem kulturellen Erbe der denkmalgeschützten Bausubstanz Rechnung trägt. Den offenen Wettbewerb für den Masterplan gewann das Kopenhagener Architekturbüro entasis. Ihr städtebauliches Konzept basiert auf der Idee, „dass die Räume der Stadt wichtiger sind als die Gebäude“. Umgesetzt wurde die Idee mit einem eng gewobenen Netz aus Plätzen, Straßen, Gassen, Passagen und Hinterhöfen. 

Architektur im Einklang mit dem städtebaulichen Erbe

Die Bewahrung des kulturellen Erbes gelang durch ein behutsames Zusammenspiel von historischer und hinzugefügter Architektur: So korrespondieren die dunkelbraunen Fassaden der Neubauten mit denen der alten roten Ziegelbauten, zahlreiche kleine und große Plätze mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten fügen Alt- und Neubauten zu einem stimmigen Ganzen zusammen.

Architektonische Landmarken im Quartier setzen Wohntürme, insgesamt neun an der Zahl: Trotz ihrer herausragenden Größe wirken sie nicht als Fremdkörper, sondern scheinen aufgrund ihrer Positionierung, Form, Farbe und Materialität aus der Umgebung herauszuwachsen. Alle Hochhäuser besitzen quadratische Grundrisse, sind sehr hoch und schmal und wie ihre Umgebung in warmen Erdfarben gehalten.

Pasteurs Tårn: Ein vertikales Wahrzeichen

Der Pasteurs Tårn ist mit 120 Metern und 38 Geschossen seit seiner Fertigstellung 2022 das höchste Wohngebäude Kopenhagens. Es markiert den Übergang zwischen dem öffentlichen Park J.C. Jacobsens Have und dem alten Industrieviertel. Ein Blickfang ist die rostrote Cortenstahl-Fassade, deren reliefartige Oberflächenstruktur Licht- und Schattenspiele erzeugt und mit den lebendigen Texturen der alten Backsteinbauten harmoniert. Entworfen wurde das Punkthochhaus vom dänischen Architekturbüro Vilhelm Lauritzen in Zusammenarbeit mit dem schwedischen Büro Wingårdhs. 

Freisitze verbinden Innen- und Außenraum

Mit 22,50 x 22,50 Metern ist die Grundfläche des Gebäudes ungewöhnlich klein. Um den Eindruck eines schmalen und hohen Turms zusätzlich zu betonen, wurden die Gebäudeecken verglast oder – in den oberen Geschossen – als Freisitze mit Glasbrüstungen ausgebildet. Zusätzlich gibt es in allen Etagen französische Balkone – auch sie sind als Bindeglied zwischen Innen- und Außenraum konzipiert. Denn auch wenn es so nahe an der Küste sehr windig ist, sind private Freisitze bei der dänischen Bevölkerung sehr beliebt.

Grenzenloses Wohnerlebnis

Die Balkone und Loggien sind zwar relativ klein bzw. verfügen bei der französischen Variante nur über einen schmalen Austritt. Durch die raumhohen Glas-Faltwände von Solarlux, die sie öffnen, wirken sie jedoch deutlich großzügiger. Dies liegt an der Funktionsweise der Bauelemente: Sie lassen sich über die gesamte Fensterbreite auffalten und als schmale Glaspakete an der Seite parken. Kein störender Flügel ragt in den Raum. Auf diese Weise verbinden sich Wohn- und Außenraum zu einer grenzenlosen Einheit. Dies überzeugte auch Steen Trudsøe, Projektverantwortlicher bei Larsen von Vilhelm Lauritzen Arkitekter: „Die Glas-Faltwände von Solarlux lassen sich komplett öffnen, so dass der gesamte Wohnbereich in den Balkon integriert werden kann.“ 

Dieses „Freiluft-Konzept“ mit Glas-Faltwänden von Solarlux wurde in vier weiteren Wohntürmen des Stadtteils umgesetzt: im 100 Meter hohen Bohrs Tårn sowie in den jeweils 80 Meter hohen Vogelius Tårn, Daherup Tårn und Carls Tårn. Konzipiert von unterschiedlichen Architekturbüros.

Extremer Witterungsschutz

Für die ungeschützten Fassaden bis zu einer Höhe von 120 Metern galt es, eine außergewöhnliche Schlagregendichtheit von bis zu 1.200 Pa gemäß DIN EN 12208 zu gewährleisten. Zum Vergleich: Die höchste Klasse 9A für ungeschützte Fenster und Türen fordert 600 Pa – ein Druck, der einem Regen mit Windstärke 11 entspricht.

Solarlux stellte sich dieser anspruchsvollen Aufgabe. Basierend auf dem System Highline entwickelte die Forschungsabteilung eine dreiflügelige Glas-Faltwand, die im firmeneigenen Prüfstand unter realistischen Bedingungen getestet wurde – einschließlich der Bauanschlüsse. Nachdem die geforderten 1.200 Pa erfolgreich erreicht wurden, gingen die Ingenieure noch einen Schritt weiter: Selbst bei einem Druck von 1.350 Pa blieb das System vollkommen dicht.

Medien

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Fotos: James Silverman

Carlsberg Byen
Carlsberg Byen
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Carlsberg Byen
Foto: Solarlux GmbH
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