Rhythmisierter Quartiers-Auftakt

Wohnbebauung ,,Vorgebirgsgärten'' in Köln-Zollstock

In Köln-Zollstock wurde durch Lorber Paul Architekten eine Wohnbebauung mit hochwertigen, genossenschaftlichen Mietwohnungen errichtet. Die Stärke ihres Entwurfs zeigt sich im Umgang mit den städtebaulichen Herausforderungen: Den Lärmemissionen der Hauptstraße im Süden begegneten sie mit einem langen Gebäuderiegel, dessen Stringenz durch rhythmisierte Faltungen und Rücksprünge aufgelöst wurde. Dahingegen öffnet sich der Baukörper nach Norden mit vier polygonal geformten Innenhöfen, die für eine größtmögliche Orientierung der Wohnungen zum ruhigen Binnenbereich sorgen und attraktive Freibereiche schaffen.

Der Stadtteil Köln-Zollstock ist unter anderem geprägt durch baugenossenschaftliche Siedlungen aus den 1920er Jahren. Eingefügt zwischen diesem Bestand und dem Raderthalgürtel, eine vierspurige Hauptverkehrsstraße, entstand zwischen 2017 und 2023 die Wohnbebauung „Vorgebirgsgärten“. Der Name nimmt Bezug zum nahegelegenen Vorgebirgspark und betont gleichzeitig die hohe Außenraumqualität des Neubaus.

Wirtschaftliche Grundrisse mit hoher Wohnqualität

Das Bauvorhaben ist ein Kooperationsprojekt von vier Kölner Wohnungsgenossenschaften und bietet – auf vier Gebäudeabschnitte verteilt – 206 Mietwohnungen, mit einem Anteil von 30 Prozent sozial gefördertem Wohnungsbau. Fast die Hälfte der Wohnungen sind Ein- oder Zweiraum-Apartments, annährend die andere Hälfte setzt sich aus 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen zusammen. Drei Prozent besitzen fünf oder mehr Räume. Als Vorgabe der genossenschaftlichen Bauherren verfügen alle Mietwohnungen über mindestens 2 m breite Loggien (zur Südseite) oder Freisitze (zur ruhigen Nordseite). Darüber hinaus werden nahezu alle Wohnungen aus zwei Himmelsrichtungen belichtet, was die Wohnqualität weiter erhöht. Die Erschließung des Hauptbaukörpers erfolgt über 13 Treppenhäuser, deren Eingänge durch gelb lasierte Betonfertigelemente markant in der Fassade in Erscheinung treten.

Vor Herausforderungen stellte die Architekten von Lorber Paul Architekten das schmale und 265 m lange Grundstück, das nach Süden durch den stark befahrenen Raderthalgürtel begrenzt wird. Als Lösung entwickelten sie annährend für alle Wohnungen durchgesteckte Grundrisse, die sich sowohl zur sonnigen, aber lauten Südseite, als auch zu den ruhigen Innenhöfen im Norden orientieren. Hinzu kam ein ausgefeiltes Schallschutzkonzept.

Effiziente Lärmschutzverglasung

Zu den Vorgaben des Bebauungsplans zählte ein effizienter Lärmschutz entlang des Raderthalgürtels und einem Teilbereich der Ostfassade, die in die Außenlärmpegelbereiche IV (66 bis 70 dB) und V (71 bis 75 dB) fielen. Erfüllt wurde diese Maßgabe – streng nach den Schallschutzberechnungen – mit Lärmschutzverglasungen aus Ganzglas-Schiebe-Dreh-Elementen. Sie wurden auf allen Loggien derjenigen Wohneinheiten installiert, die über keinen Balkon auf der ruhigen Innenhofseite verfügen – gleichfalls eine Vorgabe des Bebauungsplans.

Luftschalldämmung 17 dB nach DIN 52 210-3

Als Lärmschutzverglasung fiel die Wahl auf das Schiebe-Dreh-System SL 25 von Solarlux, das an der Fassade optisch kaum ins Auge fällt. Es bietet eine Luftschalldämmung von R‘w, P = 17 dB nach DIN 52 210-3. Seine Funktionsweise ist intuitiv: Jedes Glaselement läuft oben und unten in einer Laufschiene und kann um 90° herausgedreht bzw. zur Seite geschoben werden. Dadurch können die Scheiben von der Rauminnenseite problemlos gereinigt werden. Geparkt werden die Glaselemente gebündelt als schmales Glaspaket an der Seite.

Ohne den Schallschutz zu mindern, wird der hygienisch erforderliche Luftwechsel über 3 mm schmale Lüftungsspalte zwischen den senkrecht rahmenlosen Glaselementen gewährleistet. Zusätzlich war von den Architekten aus schallschutztechnischen Gründen gefordert, die Anlagen ohne seitliche Rahmen – und mit einer Abstandsfuge von 10 mm zum WDVS – auf den Loggien zu installieren.

Bodentief oder auf Brüstung

Die insgesamt 34 Schiebe-Dreh-Systeme wurden entweder bodentief ausgeführt oder auf Betonbrüstungen aufgesetzt. Das hatte gestalterische Gründe. Projektleiterin Maren Meyer über den Entwurf: „Die Fassade zeichnet sich durch ein Spiel unterschiedlicher, sich wiederholender Fensterformate aus, die durch ihre Anordnung zugleich Ruhe und Lebendigkeit erzeugen.“

Die geschosshohen Schiebe-Dreh-Systeme wurden mit 8 mm dickem Einscheibensicherheitsglas (ESG) bestückt, auf den Betonbrüstungen war eine 6 mm dicke ESG-Verglasung für die Einhaltung des Schallschutzes ausreichend. Bei der geschosshohen Variante war außerdem eine Befestigung an den bauseits gelieferten Stahlgeländern gefordert.

Enger Zeitplan, flexibler Bauablauf

Jedes Bauvorhaben birgt unterschiedliche Herausforderungen, in Köln-Zollstock war es ein enger Zeitplan, den es einzuhalten galt. Alle Hürden konnten jedoch mit hoher Flexibilität und einem offenen Austausch zwischen allen Beteiligten genommen werden. So mussten zum Beispiel die Unterkonstruktionen der Schiebe-Dreh-Systeme von Schlosser gesetzt werden, da das Aufmaß bereits zu einem frühen Zeitpunkt erfolgt war. Dazu wurden die oberen Führungsschienen mit den Höhenausgleichsprofilen, dem sogenannten Hub, zuerst montiert – ebenfalls eine unübliche Herangehensweise.

Weiterentwicklung zum Systembaukasten

Aufgrund des Wohnraummangels müssen zunehmend Grundstücke bebaut werden, die durch Lärmemissionen belastet sind. Ein Lösungsansatz sind Balkone und Loggien, die sich mit Schiebe- oder Schiebe-Dreh-Elementen aus Glas vollständig schließen lassen und so den Lärm bereits effektiv an der äußeren Gebäudehülle abfangen.

Solarlux hat auf diese Bedürfnisse reagiert und seine Balkonverglasungen mit dem Systembaukasten Proline weiterentwickelt. Dieses bietet neue technische Lösungen für noch effektiveren Schallschutz und Windlastanforderungen, individuell anpassbar auf das jeweilige Bauvorhaben.

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Rhythmisierter Quartiers-Auftakt

Bildnachweis: Stefan Schilling

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