Blutbuche als Gastgeber

Gelungener Dialog zwischen Innen- und Außenraum

Unter dem imposanten Blätterwerk einer alten Blutbuche ist ein neues Einfamilienhaus entstanden. Der Baum hat die Gestaltung der Architektur maßgebend geprägt und begleitet heute die Bauherrenfamilie durch die Jahreszeiten. Mithilfe von großen Öffnungen wird die hohe Außenraumqualität im Innenraum fortsetzt.

Bleibt der Baum? Diese zentrale Frage stand gleich zu Beginn der Zusammenarbeit zwischen der Bauherrschaft und dem Architekturbüro Bruncken Frett Architekten BDA im Raum, war jedoch rasch geklärt. Die Vorteile des Erhalts überwogen deutlich: Der Baum mit seinem dichten Blätterwerk ist im Sommer natürlicher Schattenspender und war zudem in seiner ganzen Schönheit unwiederbringlich.

Mit dem Baum in Einklang leben

Der Eingang des zweigeschossigen Klinkergebäudes wurde auf dem neu zonierten Grundstück nach Süden ausgerichtet. So befindet sich heute eine Frühstücksterrasse auf der Ostseite, abgeschirmt von der Straße durch eine lockere Bepflanzung. In Richtung Westen kann die Familie die Abendstunden unter der Blutbuche genießen.

Die innere Struktur des Hauses aus abwechselnd offenen und geschlossenen Bereichen ist von außen klar lesbar. Alle untergeordneten Räume wie das Treppenhaus, Flure und die Bäder liegen vor Einblicken geschützt hinter geschlossenen Wänden, dementgegen öffnen sich das Wohnzimmer, die Wohnküche und die Schlafbereiche mit raumhohen Schiebefenstern zur Ost- oder Westseite vollflächig. Die Südfassade ist bis auf das hölzerne Entree komplett geschlossen, was nicht nur elegant wirkt, sondern auch zur Energieeffizienz des Hauses beiträgt.

Verzahnung von Innen- und Außenraum

„Das Haus lebt nicht nur eine starke Beziehung mit dem Außenraum, sondern erhält auch durch zweigeschossige Lufträume eine besondere Großzügigkeit“, erläutert Architekt Friedrich Bruncken seinen Entwurf.

So ist es möglich, aus dem Elternbad direkt in den Koch- und Essbereich hinunterblicken oder durch ein Dachfenster im Flur die Baumkrone in seiner ganzen Pracht zu erleben – ein Ausblick, der vor allem im Herbst seinen besonderen Reiz hat. Auf Gauben wurde bewusst verzichtet. Um die benötigte Raumhöhe in den Kinderzimmern im Obergeschoss trotzdem zu erhalten, steigt das Dach auf der Ostseite Richtung Süden sanft an.  

Raumhohe Schiebefenster, die in Taschen fahren

Damit sich Innen- und Außenraum nahtlos miteinander verzahnen, fahren die beiden großen Schiebefenster im Wohnraum und der Küche sowie ein weiteres im Elternschlafzimmer im Obergeschoss in Wandtaschen vollständig ein.

Die Wahl für die raumhohen Schiebefenster fiel auf das System cero III von Solarlux mit Dreifachverglasung. Sie sind mit einem nur 34 mm schmalen, umlaufenden Flügelrahmen sehr filigran und mit ihnen lassen sich Glasanteile bis zu 98 Prozent realisieren. Damit bietet die cero-Baureihe auch im geschlossenen Zustand ungehinderte Ausblicke nach draußen.

Im Einfamilienhaus unter der Blutbuche sind alle Schiebefensterflügel 2,12 m breit und 3 m hoch – daraus ergibt sich jeweils eine Gesamtöffnung in jedem Raum von fast 13 m², wenn jeweils beide Elemente auf den zweispurigen, flächenbündig eingelassenen Bodenschienen in die Wandtaschen eingefahren sind. Auf einen automatischen Antrieb wurde bewusst verzichtet. Die Bauelemente gleiten trotz hoher Flügelgewichte leicht und verschleißarm zur Seite. Dabei sorgen die in die Edelstahl-Lautechnik integrierten Laufrollen für eine gleichmäßige Lastenverteilung.

Einbruch- und Insektenschutz

Einen erhöhten Einbruchschutz gewährleistet die zusätzliche Ausstattung nach Widerstandsklasse RC2 – inklusive Verschlussüberwachung und zusätzlichen Verriegelungspunkten in den Fensterflügeln. Als weitere Ausstattungskomponente wurde im Elternschlafzimmer ein Insektenscreen gewählt, der einen 1 Meter breiten, geschützten Lüftungsspalt erlaubt und eingefahren unsichtbar im senkrechten cero-Rahmenprofil integriert ist.  

Projektspezifische Sonderlösungen

Im Bauvorhaben kamen keine Standarddetails zum Einsatz, weswegen der Abstimmungsprozess mit dem Hersteller entsprechend intensiv war. „Unsere statischen Anforderungen an die Schiebefenster waren hoch“, so Friedrich Bruncken. „Die großen cero Elemente sitzen vor der Fassade und sind in die Betondecke eingelassen. Auch für die Dachkante mit minimaler Ansichtskante musste eine Sonderlösung gefunden werden“.

Für die Vorwandmontage waren Konsolenanschlüsse die richtige Wahl. Zusätzlich galt es eine projektspezifische Lösung für den Bauwerksanschluss an einen schräg liegenden Stahlbetonträger gemeinsam zu entwickeln und fachgerecht umzusetzen.

Sich die Umgebung zunutze machen

Das Gebäude ist von Bruncken Frett Architekten als Klimahaus konzipiert, das sich seine natürliche Umgebung zunutze macht. Die großzügig verglasten Ost- und Westfassaden lassen viel Licht aber wenig Wärme ins Innere, während die stark der Sonne ausgesetzte Südseite weitgehend geschlossen ist. Eloxiertes Aluminium auf dem Dach reflektiert die Wärmeeinstrahlung. Die Blutbuche sorgt im Sommer für Schatten in Haus und Garten und kühlt ihre Umgebung durch Transpiration mit einer Leistung, die ca. 10. Klimaanlagen entspricht, ab.

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Blutbuche als Gastgeber

Bildnachweis: Viola Epler Fotografie

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