Lichtdurchflutete Räume, ausreichend frische Luft und ein hoher Außenraumbezug sind gesundheitsfördernde Aspekte, die in Pflegheimen und Seniorenwohnanlagen nicht immer selbstverständlich sind. Für ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Seh- oder Hörfähigkeit sind sie jedoch besonders wichtig. Im norwegischen Stabekk, einem Vorort von Oslo, wurde diesem Bedarf mit einem großen „verglasten Garten“ Rechnung getragen. Der Wintergarten schafft einen hellen, einladenden Gemeinschaftsraum und schützt zugleich vor Wind, Kälte und dem Lärm der nahegelegenen Bahntrasse.
Der wärmegedämmte Wintergarten misst rund 180 Quadratmeter und verbindet seit 2024 zwei bestehende Gebäude – ein Pflegeheim und eine Seniorenwohnanlage – miteinander. Er dient als Treffpunkt für Aktivitäten, Konzerte, Filmvorführungen und alltägliche Begegnungen zwischen Bewohner*innen, Mitarbeitenden und Besuchenden.
Der Neubau wurde notwendig, da die vorhandenen Außenbereiche nur eine begrenzte Aufenthaltsqualität boten. Zudem störte eine nahegelegene Bahntrasse die gewünschte Ruhe. „Unser architektonisches Konzept fördert das Wohlbefinden und die Bewegungsfreiheit der Bewohnerinnen und Bewohner und ermöglicht es ihnen, die Vorzüge eines Außenbereichs – Licht, Luft und Offenheit – in einer geschützten Umgebung zu genießen”, erläutert Projektarchitektin Hildegunn Halvorsrød vom beauftragten Architekturbüro BJERG Arkitektur A/S aus Kopenhagen.
Im Mittelpunkt des Entwurfs standen Barrierefreiheit und Flexibilität. Der neue Raum sollte unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen gerecht werden wie etwa eingeschränkter Mobilität sowie Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. „Der Wintergarten lässt sich vielseitig nutzen und mühelos an verschiedene Aktivitäten anpassen“, so Hildegunn Halvorsrød. Ebenso großen Wert legte das Planungsteam auf barrierefreie Zugänge und eine klare Orientierung im Raum.