Bilder: Christoph Welkovits

Ein Ort, der erdet und verbindet

Nachhaltige Sanierung eines Einfamilienhauses in Pressbaum (A)

Inmitten des UNESCO-Biosphärenparks Wienerwald hat sich eine Bauherrenfamilie ein zweites Zuhause im Grünen geschaffen. Dieses spiegelt ihre Familienwerte – Nachhaltigkeit, Schönheit, Verbundenheit und Spielfreude – in der Architektur wider. Den passenden Ort fanden sie in einem sanierungsbedürftigen Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren. Trotz schwieriger baulicher Voraussetzungen gelang es den Architekten vom studio stark, die alten Mauern in ein zeitgemäßes Wohnambiente zu verwandeln. Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens ist heute ein fließender Raum, der sich mit einer flexiblen Glasfassade vollständig zur Natur öffnet.

Der Abriss des Hauses stand zu keiner Zeit zur Diskussion. Er war eine bewusste Entscheidung für den respektvollen Umgang mit dem Bestand und den vorhandenen Ressourcen, wie Architekt Birk Stauber betont: „Abriss ist für uns nicht mehr zeitgemäß. Wir wollten die graue Energie bewahren und zeigen, welche Qualitäten in unscheinbaren Gebäuden schlummern können.“

Besonders herausfordernd war dies, da ein Teil der Bausubstanz durch frühere An- und Umbauten aus zweckorientierten und kurzlebigen Materialien bestand.

Nachhaltiges Handeln zählt jedoch ebenso zu den Werten der amerikanischen Bauleute wie ihr Sinn für Schönheit, Verbundenheit und Spielfreude. „We hope for the property to embody our family values: sustainability, application of beauty, connection and play.“ Dieses Leitmotiv, ein zu Beginn offener Budgetrahmen sowie die Möglichkeit, sich von klassischen Alltagsfunktionen zu lösen – schließlich handelt es sich um einen Zweitwohnsitz – gaben dem beauftragten Architekturbüro großen kreativen Spielraum.

Dem zuvor kaum vorhandenen Außenraum begegneten die Architekten mit einer massiven Stützwand aus Sichtbeton, die den Hang abfängt und Platz für eine Terrasse, einen Pool und eine Außenküche schafft. Der Grundriss wurde vollständig neu strukturiert, der ursprüngliche Eingangsbereich verlegt und an seiner Stelle ein lichtdurchflutetes Homeoffice geschaffen. Im Dachgeschoss fanden die Kinder ihren Lieblingsort: einen eigenen Spielraum mit Netzen und Kletteraufbauten.

Ein Ort der Begegnung

Herzstück der Sanierung ist ein großzügiger, barrierefreier Begegnungsraum, der weit mehr ist als eine herkömmliche Wohnküche. Er dient als zentraler Kommunikations- und Aufenthaltsort der Familie. „Der Bauherr wünschte sich, dass hier alles zusammenkommt: Kochen, Spielen, Arbeiten und Feiern“, erläutert Stauber. Dafür wurde der bestehende, marode Anbau entfernt und durch einen neuen ersetzt. Zwischen Küche und Terrasse sorgen heute raumhohe Glas-Faltwände für fließende Übergänge. „Ist die Glas-Faltwand geöffnet, scheint sich das Haus aufzulösen. Innen und Außen verschmelzen zu einer Einheit. Genau das war unser Ziel: Freiheit und Offenheit erlebbar zu machen.“

 

Raum, Licht und Landschaft

Als flexible Glasfassade fiel die Wahl auf die wärmegedämmte Aluminium-Glas-Faltwand Ecoline von Solarlux, projektspezifisch konfiguriert mit zwei Anlagen. Sie bestehen aus fünf bzw. sechs Flügeln, die im geöffneten Zustand auf der Terrassenseite als schmale Glaspakete geparkt werden. Ein Element ist als Drehtür ausgebildet, wunschgemäß mit einem Öffnungswinkel von 180 Grad.  Ausschlaggebend für die Systemwahl war die außergewöhnliche Flexibilität, von der sich die Planenden vorab im Showroom Wien überzeugten: Die Bauelemente lassen sich wahlweise nach rechts oder links verschieben, ein wegfaltbarer Eckpfosten ermöglicht eine vollständig offene Gebäudeecke. Darüber hinaus können an beliebiger Position Drehflügel integriert werden, die die Funktion einer Terrassentür übernehmen. „Wir haben verschiedene Systeme geprüft, doch Solarlux überzeugte uns durch seine technische Qualität. Insbesondere durch den wegfahrbaren Eckpfosten und die Möglichkeit, die Glasflächen vollständig zu öffnen. Diese architektonische Klarheit war genau das, was wir gesucht haben“, erklärt Stauber.

Ein weiteres Argument war die filigrane Profilkonstruktion mit einer durchgängig schlanken Ansichtsbreite von nur 99 Millimetern im Flügelstoß. „Uns war wichtig, dass die Konstruktion so leicht wie möglich wirkt. Die Profile treten optisch zurück, übrig bleiben Raum, Licht und Landschaft.“

Bautafel

Projekt: Sanierung, Umbau, Erweiterung eines Einfamilienhaus in Pressbaum (A)
Architektur (Entwurf + Ausführung): studio stark, Wien
Bauherr: Privat
Baujahr: 2023
Bestand: 1970er Jahre
Nutzfläche: 240 m²
Verbaute Produkte: Glas-Faltwand-System Ecoline Solarlux

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Medien

Ein Ort, der erdet und verbindet

Fotos: Christoph Welkovits

Zeichnung: Solarlux GmbH

Solarlux Glas-Faltwand EFH St. Pölten
Bild: studio stark
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