Neben der Aufstockung ergriffen die Architekten weitere Maßnahmen, um das industriedenkmal behutsam für die Anforderungen des 21. Jahrhunderts zu ertüchtigen. Dazu zählt die sensible Sanierung der Gebäudehülle: Die historische Klinkerfassade wurde aufgearbeitet und nur von innen gedämmt. Für mehr Tagelicht sorgen großformatige Verglasungen, die in ehemalige Klinkerausfachungen der Betonstruktur des Erweiterungsbau eingesetzt wurden. Sie prägen heute maßgeblich das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, stören aber nicht die historische Anmutung der Fassade.
Ebenfalls ein Zugeständnis an zeitgemäße Arbeitsbedingungen ist der Teilabbau der Schüttendecken. Dieser Schritt war notwendig geworden, um geeignete Raumhöhen zu erreichen. Eingezogene Stahlkonstruktionen bilden an diesen Stellen Galerie-Ebenen aus. Und nicht zuletzt fügte man an der Nahtstelle der beiden Gebäudeteile einen Erschließungskern ein, mit Treppenhaus, Aufzug und Sanitärräumen auf jeder Etage.
Große Öffnungen in der Gebäudehülle sorgen für viel Lichteinfall und machen eine zeitgemäße Nutzung erst möglich. Trotzdem ist der ehemalige Kornversuchsspeicher in seinen originalen Strukturen erhalten geblieben – dank einer behutsamen Sanierung und Erweiterung durch AFF Architekten. Der historische Stahlbeton-Skelettbau zeigt die Anfänge der Betontechnik in Deutschland auf und wurde als ein Stück Zeitgeschichte für spätere Generationen bewahrt. Als einziges, verbliebenes historisches Gebäude in der Eurocity, ist es ein prägnanter Stadtbausein und wirkt identitätsstiftend für die Bewohner der neuen Wasserstadt Mitte.