Glas-Faltwand Energiezentrale Freising

Bildnachweis: Sebastian Schels

Die Abwicklung war unkompliziert, die Qualität hat gestimmt und offene Fragen wurden schnell beantwortet.
Schreinermeister Stefan Hahn
Dantele Architekten
Dantele Architekten
Über die Architekten

"Wir verstehen Architektur als umfassend geplante Dienstleistung, die ökonomische, ökologische, ortsräumliche, gestalterische, oft auch soziale und historische Aspekte (ohne Gewichtung der Reihenfolge) gebührend berücksichtigt und im besten Falle in Einklang bringt." 

Dipl. Ing. Architekten und Stadtplaner Kerstin Dantele und Johannes Dantele bearbeiten alle Leistungsphasen nach HOAI:  Bauen im Bestand, Sanierung, Umbau, Denkmalschutz, zeitgemäßen Holzbau, Städtebau und energieeffizientes Bauen.
 

Ein Funktionsbau wird zum Quartierszeichen

Die Kreisstadt Freising gehört zur Boom-Region im Norden von München und verzeichnet seit Jahren ein stetiges Bevölkerungswachstum. Im Süden der Kleinstadt entsteht auf einem ehemaligen Gewerbegebiet ein neues Wohnquartier mit über 450 neuen Wohnungen und einer Kita – das Baugebiet „Angerbogen“. Zur Unterstützung der Nahversorgung errichtete die Freisinger Stadtwerke Versorgungs GmbH ein eigenes Blockheizkraftwerk mit Trafostation. Die Architekt*innen Johannes und Kerstin Dantele entwickelten für den Funktionsbau ein beeindruckendes Gestaltungskonzept und schufen damit ein kleines Architekturjuwel.  

Die Energiezentrale steht an einem zentralen Ort, direkt an der namensgebenden Angerstraße, und markiert dort den Eingang zum neuen Wohnquartier. Das dreieckige Grundstück ließ Raum für einen kleinen Quartiersplatz, der durch ein Quartierscafé im Neubau aufgewertet wurde. „Auf die städtebauliche Sonderstellung und die hybride Sonderfunktion musste eine Sonderform folgen“, erinnert sich Architekt Johannes Dantele. Sein Büro entwickelte eine Grundform aus einem unregelmäßigen Fünfeck, das sich mit seiner schmalen Front zur Stadt hin öffnet und in seinem Bauch Platz für alle technischen Funktionen bietet. Durch diese polygonale Form hat das Gebäude aus jeder Richtung, aus der man es betrachtet, eine andere Ansicht.

Die Energiezentrale in Freising-Süd erinnert eher an eine moderne Kirche als an einen nüchternen Funktionsbau für Heizungstechnik.

Energiezentrale Freising
Energiezentrale Freising
Hybrides Gebäude mit urbanem Charakter

Die verschiedenen, schon fast gegensätzlichen Nutzungen in Einklang zu bringen, erwies sich als große Herausforderung. Gleichzeitig ergab sich aus der hybriden Nutzung die plastische Figur der neuen Energiezentrale. Der große Generator, der den Strom erzeugt, benötigt aus statischen und schallschutztechnischen Gründen Masse – was den Einsatz von Beton als Material vorgab. Der 24 Meter hohe Abluftkamin wurde ebenfalls betoniert und so in die Skulptur integriert. Die Höhe des Bauwerks ist durch den 80.000 Liter fassenden Pufferspeicher definiert. Riesige Bullaugenfenster ziehen schon von Weitem neugierige Blicke auf sich und erlauben die Sicht ins Kraftwerksinnere.

Mit seiner markanten Architektur ist die Energiezentrale ein wichtiger
städtebaulicher Fixpunkt in der Entwicklung des neuen Wohnquartiers.

Energiezentrale Freising
Energiezentrale Freising

Mit einem mit Lärchenholz gefassten Erdgeschoss-Sockel nehmen die Architekt*innen dem schweren Volumen die Wucht. Die massive Sichtbetonfassade endet oberhalb der Holzverkleidung in einem Gesims. Dieses schützt die Holzverschalung und weitet sich im Bereich der Glas-Faltwände zu einem schlanken Vordach auf.

Das eigentliche Café ist ein knapp 45 Quadratmeter großer Raum an der schmalsten Seite des ungleichmäßigen Fünfecks. Im Untergeschoss befinden sich die Technik und Sanitäranlagen. Durch den Verzicht auf eine Zwischendecke über dem Erdgeschoss entstand ein mit sieben Metern außergewöhnlich hoher Raum, dessen schon fast sakrale Wirkung durch die nachtblaue Farbgebung der Wandflächen unterstrichen wird. Die scharfen Putzkanten wurden durch Hohlkehlen entschärft, um die dunklen Flächen noch mehr aufzulösen. Ein riesiges Bullauge bringt Tageslicht ins Innere, schlichte Hängeleuchten an langen Kabeln beleuchten den Gastraum am Abend.

Neben einer hohen Funktionalität besitzt die Glas-Faltwand Woodline homogene
Oberflächen, durch reduzierte und verdeckt integrierte Technik-Features.

Glas-Faltwände aus Holz: Das Draußen nach Innen holen

Trotz der massiven Betonkonstruktion und des dunklen Luftraums wirkt das Café einladend und lichtdurchflutet. Verantwortlich dafür sind knapp 2,60 Meter hohe Glas-Faltwände, die den Raum auf drei Seiten großzügig öffnen. Die Materialwahl war dabei durch den Architekten vorgegeben: Passend zur Verschalung der Fassade sollte Lärchenholz eingesetzt werden. Aufgrund positiver Erfahrungen aus einem früheren Projekt entschied sich die beauftragte Schreinerei für das Glas-Faltwandsystem Woodline von Solarlux.

„Die Abwicklung war unkompliziert, die Qualität hat gestimmt und offene Fragen wurden schnell beantwortet“, berichtet Schreinermeister Stefan Hahn. Besonders wichtig war ihm, dass die Faltanlagen nach der Montage ohne Nacharbeit funktionieren. „Wenn die Vorarbeiten wie von Solarlux vorgegeben umgesetzt sind, laufen die Systeme einwandfrei.“ Die Profiloberflächen aus mehrfach schichtverleimtem Lärchenholz behandelte der Schreiner mit dem gleichen Holzöl wie die geschlossenen Lärchenholzpaneele im hinteren Bereich des Erdgeschosses und erzielte so exakt die gleiche Optik.

Das Café kann auf drei Seiten mit Glas-Faltwänden großzügig geöffnet werden und der Gastraum erweitert sich barrierefrei auf den Quartiersplatz.

Energiezentrale Freising
Energiezentrale Freising

Auch im geschlossenen Zustand bleibt das Innere dank der schmalen Profilkonstruktion von nur 143 mm im Flügelstoß lichtdurchflutet. Gleichzeitig bietet das System große Planungsfreiheit: Anzahl und Öffnungsrichtung der Faltelemente sowie die Kombination mit Drehtüren und Festelementen könnten individuell an den polygonalen Grundriss und die Anforderungen eines Gastronomiebetriebs angepasst werden. Die drei Faltanlagen bestehen aus jeweils vier bis fünf Elementen, die sich nach dem Ziehharmonika-Prinzip zusammenschieben und unter dem schlanken Vordach platzsparend parken lassen. Ergänzend integrierten die Planer*innen auf allen Gebäudeseiten Drehtüren mit Komfortverriegelung, die sich dank einer speziellen Drückergarnitur von innen und außen öffnen lassen. Der Trittschutz „3s-Protection“ aus Aluminium in den Bodenschienen schützt zuverlässig vor Verformungen und Verschmutzungen und kann bei Bedarf unkompliziert ausgetauscht werden.

Zum Öffnen werden die Glas-Faltwände auf barrierefreien Bodenschienen
zusammengeschoben und platzsparend als schmale Glaspakete außen geparkt.

Energiezentrale Freising
Energiezentrale Freising
Bautafel

Projektname: Energiezentrale Freising mit Trafostation und Quartierscafé
Ort: Angerstraße 17, 85354 Freising
Fertigstellung: 2024
Bauherrschaft: Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH
Architektur: büro dantele, Johannes und Kerstin Dantele Dipl.-Ing. Architekten Stadtplaner PartGmbB, Freising
Landschaftsarchitektur: ver.de Landschaftsarchitekten Stadtplaner PartGmbB, Freising
Ausführung Fassade: SK Hahn GmbH, Unterdietfurt
Produkte: Glas-Faltwand-System Woodline von Solarlux, Holzart Lärche; Woodline Festfenster aus Holzprofilen, Holzart Lärche 

Zeichnungen

Planunterlagen © büro dantele  Dipl. Ing. Architekten Stadtplaner

Technik auf einen Blick
protection anti effraction
protection anti effraction
Einbruchhemmung

RC2/RC2N

Résistance charge vent
Résistance charge vent
Widerstandsfähigkeit

C3

Perméabilité à l'air
Perméabilité à l'air
Luftdurchlässigkeit

3

Isolation thermique
Isolation thermique
Wärmedurchgangskoeffizient

Uw ≥ 0,89 W/m2K

Étanchéité à l'eau
Étanchéité à l'eau
Schlagregendichtheit

Bis 7A

Isolation acoustique
Isolation acoustique
Schallschutzklasse

R'w bis 42 dB

Glas-Faltwand

Die Möglichkeiten einer Glas-Faltwand sind beinahe unbegrenzt. Sie leistet, was kein anderes bodentiefes Fenster bietet: Großzügige Glasfronten, die sich zu fast 100 % öffnen lassen und im geschlossenen Zustand maximalen Schutz bieten. Denn anders als bei der klassischen Schiebetür lassen sich die einzelnen Elemente der Glas-Faltwand zu einem schmalen Flügelpaket komplett zur Seite falten. Diese Fähigkeit qualifiziert die Glas-Faltwand auch für eine flexible Innenraum-Organisation in sämtlichen Gebäudetypen, wie z. B. Raumerweiterungen in Büros, im Handel und in der Gastronomie sowie in Schulen. Ihre grenzenlose Kombinierbarkeit sowie beste Dämmwerte machen sie darüber hinaus zu einer effizienten Fassadenlösung in der Ertüchtigung von Balkonen und Loggien.

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