Balkonverglasung Studierendenwohnanalage München

Copyright Bilder: Rainer Taepper

Der Entwurf soll nach innen für die Bewohner und nach außen für die betrachtende Öffentlichkeit qualitätvoll und identitätsstiftend sein, ein Ort, an dem man gerne lebt.
Architekt Jürgen Seifert
Architekt Jürgen Seifert
Architekt Jürgen Seifert
Über das Architekturbüro

JuergenSeifert.com ARCHITEKTUR ist ein Architekturbüro in München, das sich auf den Wohnungsbau spezialisiert hat und einen hohen gestalterischen Anspruch verfolgt. „Architektur ist in erster Linie die Gestaltung von Raum und Oberfläche. Sie soll Identität schaffen und die Welt für Mensch und Natur verbessern.“ Die architektonische Haltung ist geprägt von der individuellen Auseinandersetzung mit der jeweiligen Bauaufgabe, dem Genius Loci, den Rahmenbedingungen des Ortes, sowie den Vorstellungen des Bauherrn. All diese Parameter werden in eine zeitgemäße, moderne und nachhaltige Architektursprache übersetzt. Da jede Bauaufgabe unterschiedlich ist, ist auch jeder Entwurf individuell und die Formensprache differenziert.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München

Direkt am Mittleren Ring setzt die Studierendenwohnanlage einen städtebaulichen Akzent.

Identitätsstiftender Stadtbaustein

Wohnraum ist knapp – besonders in gefragten Universitätsstädten wie München betrifft das vor allem Studierende. Um diesem Bedarf zu begegnen, wurde auf einem vergleichsweise kleinen Grundstück eine privatfinanzierte Studierendenwohnanlage realisiert, die als markanter Stadtbaustein neue innerstädtische Qualitäten schafft. Eine besondere Herausforderung war die Lage. Direkt am verkehrsreichen Mittleren Ring gelegen, galt es, Wohnraum mit hoher Aufenthaltsqualität und Außenraumbezug zu realisieren. Die Lösung stellten vorgehängte, verglaste Balkonloggien dar, die sich von den Studierenden flexibel öffnen und schließen lassen. Sie verleihen dem Gebäude durch ihre prägnante Formensprache eine starke Identität und übernehmen zugleich eine funktionale Rolle als Schallpuffer für die dahinterliegenden Räume.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Nachverdichtung als Stadtreparatur

Der Mittlere Ring ist eine der wichtigsten Verkehrsadern Münchens mit entsprechend hoher Lärmbelastung für die Anrainer. So auch entlang der Chiemgaustraße im Münchner Stadtteil Giesing, wo 2024 an der Ecke zur Kagerstraße eine neue, privat finanzierte Studierendenwohnanlage entstand. Bauherr des Apartmentblocks ist die BPD Immobilienentwicklung GmbH, Region Südost. Für Entwurf und Umsetzung zeichnet das Münchner Architekturbüro juergenSeifert.com ARCHITEKTUR verantwortlich.

Schiebe-Dreh-Elemente kombiniert mit gerahmten Brüstungselementen
bilden eine transparente Einheit mit hoher Schallschutzwirkung.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München

Die Fassadengliederung mit markanten Vor- und Rücksprüngen verleiht dem Gebäude einen eigenständigen Charakter mit hohem Wiedererkennungswert.

Formsprache mit hohem Wiedererkennungswert

Der Architekt Jürgen Seifert begegnete den Herausforderungen der innerstädtischen Lage und der begrenzten Grundstücksfläche mit einem markanten Stadtbaustein. Dieser schließt als qualitätsvolle Stadtreparatur eine zuvor offene Straßenecke und verleiht dem Ort durch seine charakteristische Formsprache einen hohen Wiedererkennungswert. Entlang der Chiemgaustraße, die zum Mittleren Ring zählt, setzt ein sechsstöckiger Baukörper einen akzentuierten Schlusspunkt der bestehenden Blockrandstruktur. Ein zurückversetzter Aufbau als Staffelgeschoss mit Flachdach hebt das Gebäude aus dem städtischen Kontext hervor. Im Gegensatz dazu reagiert das vier Etagen umfassende Bauvolumen mit Satteldach an der Kagerstraße auf die niedrigere Nachbarbebauung, indem es deren kleinteiligen Maßstab aufgreift und fortsetzt.

Die Wohnanlage umfasst 65 Einzelapartments mit Wohnflächen zwischen ca. 18 und 37 m², davon ist ein Drittel barrierefrei. Jedes Apartment verfügt über ein Bad, eine Küchenzeile und bodentiefe Fenster, die für helle, freundliche Räume sorgen. Kleine Terrassen, Balkone und Loggien erhöhen die Aufenthaltsqualität zusätzlich.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Raum für Rückzug und Gemeinschaft

Das studentische Miteinander wird durch großzügige Gemeinschaftsbereiche gefördert. Im Erdgeschoss befinden sich zwei große Räume mit Küche bzw. Sitzgelegenheiten, die sich straßenseitig zu kleinen Gärten öffnen. Eine weitere überdachte Fläche mit Sitzstufen befindet sich im Durchgangsbereich zwischen Eingang und Innenhof und lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Ergänzt wird das Angebot durch eine geschützte Dachterrasse im eingeschnittenen Satteldach, die durch die höhere Bebauung am Mittleren Ring vom unmittelbaren Straßenlärm abgeschirmt ist. Eine Tiefgarage mit zwölf Duplex- und einem Einzelstellplatz, ein Fahrradraum sowie individuell nutzbare Abstellflächen runden das Raumangebot ab.

Geschwungene Balkone mit in sich verdrehten Stabgeländern
akzentuieren die Fassade zum Innenhof.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München

Die flexible Balkonverglasung reduziert den Straßenlärm und erlaubt an warmen Tagen das Öffnen der Fenster sowie die Nutzung des Außenraums.

Fassade mit lebendigem Licht- und Schattenspiel

Die reliefartige Fassadengestaltung mit ihren markanten Vor- und Rücksprüngen verleiht dem Gebäude eine eigenständige Charakteristik. Auf den straßenseitigen Fassaden wechseln sich Loggien aus Glas mit einer Auskragung von bis zu einem Meter und Stahlbeton-Fertigteile mit einer Tiefe von eineinhalb Metern ab. Ihre Anordnung folgt einem stringenten Raster, das die Abmessungen der Studierendenapartments vorgibt. „Die Putzfassade dient als Leinwand für das eigentliche Fassadenmotiv“, erläutert Architekt Jürgen Seifert die gestalterische Intention. „Durch unterschiedlich geneigte Seitenflächen der Kuben entsteht ein vielschichtiges Spiel aus Licht und Schatten – und damit eine lebendige Gebäudehülle.“ Die Glasflächen, die oberhalb der Brüstung als Schiebe-Dreh-Elemente ausgeführt sind, dienen funktional als effektiver Lärmschutz. Geöffnet verwandeln sie die Balkonloggien in private Freisitze. Die Verglasungen dienen zugleich als Pufferzone mit solaren Einträgen. Sie reduzieren Transmissionswärmeverluste und tragen so zu einer effizienten Gebäudehülle bei.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Filigrane Verglasung mit Schallschutz

für maximalen Lichteinfall und effektiven Schallschutz kamen in den öffenbaren Verglasungen der Balkonloggien Schiebe-Dreh-Elemente des Systems Proline T zum Einsatz. Auf Wunsch des Architekten wurden diese mit gerahmten Festverglasungen als Brüstungselemente kombiniert, die besonders schlanke Profilansichten ermöglichen sollten. Ihre Bedienung ist komfortabel und folgt dem Schiebe-Dreh-Prinzip: Jedes Glaselement läuft oben und unten in einer Führungsschiene, lässt sich seitlich verschieben und um 90 Grad nach innen drehen. So können sie platzsparend als unauffällige Glaspakete auf einer Seite geparkt werden. Bei den Ganzglas-Kuben lassen sich zusätzlich die seitlichen Verglasungen zur Hauswand hin auffalten – so entstehen Freisitze mit offenem Eckbereich. Der Architekt entschied sich aufgrund der filigranen Anmutung bewusst für das System Proline T: „Die senkrecht rahmenlose Verglasung wirkt angenehm schlank. Ich habe das Schiebe-Dreh-System bereits mehrfach eingesetzt – die Proportionen stimmen, der Schallschutz überzeugt. Mir geht es um filigrane, flexible Lösungen, die Offenheit und Wohlbefinden fördern, anstatt hermetisch abzuschotten.“

Schematischer Vertikalschnitt durch die Balkonfassaden

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Architektur für Identität und Lebensqualität

Mit der neuen Studierendenwohnanlage in Giesing gelang es, unter schwierigen städtebaulichen Rahmenbedingungen funktionale und gestalterische Ansprüche in Einklang zu bringen. Die verglasten Balkonloggien übernehmen dabei eine zentrale Rolle: Sie erhöhen die Aufenthaltsqualität, fungieren als Lärmschutz und prägen durch ihre markante Geometrie das städtebauliche Erscheinungsbild. So wird das Gebäude zum Stadtbaustein, der nicht nur auf seine Umgebung reagiert, sondern auch für die Studierenden einen Ort mit Wiedererkennungswert und Wohlfühlatmosphäre schafft. Oder wie es Architekt Jürgen Seifert formuliert: „Der Entwurf soll nach innen für die Bewohner und nach außen für die betrachtende Öffentlichkeit qualitätvoll und identitätsstiftend sein – ein Ort, an dem man gerne lebt.“

Die unterschiedlich geneigten Seitenflächen der Kuben
erzeugen ein facettenreiches Licht- und Schattenspiel.

Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Balkonverglasung Studierendenwohnanlage München
Bautafel

Projekt: Studierendenwohnanlage mit 65 Apartments
Ort: Chiemgaustraße 147, 81549 München-Giesing
Architektur: juergenSeifert.com ARCHITEKTUR planen & beraten GmbH
Bauherr: BPD Immobilienentwicklung GmbH
Energiestandard: KfW-55-Standard
Apartments: Ca. 18 m² bis ca. 37 m² Wohnfläche
Ausstattung: Eichen-Fertigparkett, Fußbodenheizung, Einbauküche, je Einzelapartment eine Abstellfläche im Untergeschoss
Gemeinschaftsflächen: 2x Gemeinschaftsraum, Gemeinschaftsterrasse, Waschraum, Fahrradraum im Untergeschoss, Aufzug in alle Etagen, 12 TG-Duplexstellplätze und ein Einzelstellplatz
Verbaute Produkte: Balkonverglasung Proline T auf Brüstung SL 45

Zeichnungen

Copyright: juergenSeifert.com ARCHITEKTUR planen & beraten GmbH

Technik auf einen Blick
Schallschutzklasse
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Höhenausgleich
Höhenausgleich
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bis 35 mm

Balkonverglasung

Mit Schiebe-Dreh- oder Schiebesystemen aus Glas schützen Sie sich auf Ihrem Balkon nicht nur vor rauen Witterungsverhältnissen wie Wind, Regen und Kälte, sondern auch vor Lärm. Je nach Anforderung sind komplett transparente oder gerahmte Systeme erhältlich. Die flexiblen, ungedämmten Verglasungen verwandeln Ihren Balkon auf Wunsch in einen luftigen Freisitz oder einen wettergeschützten Raum. Die verschiedenen Systemlösungen können auch nachträglich auf vorhandene Brüstungen montiert werden. 

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