Balkonverglasung Highline: Herford

Am Puls der Zeit: Die Energiewende mitgestalten

Glas-Faltwände für serielle Sanierung in Herford

Die Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Gebäudesektors und des Gebäudebetriebs spielt die Sanierung des Gebäudebestandes. Dabei gilt die Isolierung in Kombination mit Umstellung auf Solarthermie ökologisch wie auch wirtschaftlich als effektivster Hebel. Dringend sind angesichts des bestehenden Sanierungsstaus innovative Sanierungslösungen gefragt, durch die gleichzeitig die Bezahlbarkeit von Wohnraum im Blick behalten wird.

Die serielle Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip ist eine in den Niederlanden entwickelte Methode, durch die Gebäude im digitalisierten Bauprozess mithilfe von vorgefertigter Dach-, Fassade- und Haustechnik schnell, klimafreundlich und wirtschaftlich modernisiert werden können. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) begleitet die Umsetzung deutscher Pilotprojekte. Sie schätzt allein das Potenzial im Bereich kleinerer bis mittlerer Mehrfamilienhäuser der 50er bis 70er Jahre in Deutschland auf rund 300.000 Gebäude.

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Wohnanlage in Herford mit Photovoltaikanlage

Pilotprojekt Herford: Sanierung verringert CO2-Emission um 170 Tonnen im Jahr

Einer der deutschen Piloten ist die Sanierung von vier Wohnhäusern aus den 1960er Jahren im ostwestfälischen Herford. Nach dem Energiesprong-Prinzip entstand 2021 im Auftrag der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft WWS aus den stark sanierungsbedürftigen Gebäuden klimafreundlicher, bezahlbarer und komfortabler Wohnraum.

Das ganzheitliche Sanierungskonzept besteht aus vorgefertigten Paneelen mit verglaster Solarwaben-Dämmung, gedämmten Dachelementen, einer vollelektrischen Wärme- und Warmwasserversorgung mittels Infrarot-Heizungen und Durchlauferhitzern sowie Photovoltaik auf dem Dach und an den Loggia-Brüstungen. Vor der Modernisierung wurden die 24 Wohnungen über eine Gaszentralheizung beheizt, auch die Warmwassererzeugung erfolgte dezentral mit Gas. Seit der Sanierung erreicht das Gebäude den klimaneutralen Net-Zero-Standard: Planmäßig erzeugen die installierten PV-Anlagen über das Jahr gerechnet mehr Energie, als für Heizung, Warmwasser und Strom benötigt wird.

Modernisierte Wohnanlage in Herford mit Balkonverglasungen

Energieeffiziente Glas-Faltwände ermöglichen nachhaltige Wohnraumerweiterung

Seit jeher leisten wir von Solarlux einen sinnvollen Beitrag zum Klimaschutz, indem wir das Potential von solarer Energiegewinnung durch energieeffiziente Fassadenlösungen nutzen. Unsere beweglichen Glassysteme ergänzen Sanierungskonzepte ideal. In Herford wurden die Brüstungen der Loggien mit vorgefertigten, hochwärmegedämmten Glas-Faltwänden des Systems Highline kombiniert. Die Glas-Faltwände ermöglichen die komfortable Wohnraumerweiterung und die maximale Nutzungsflexibilität des Balkons. Durch die Verlagerung der Wärmedämmebene des Gebäudes von der Innenseite der Loggia auf die Außenseite, bleibt der Balkon mit seiner ganzen Fläche erhalten – im Gegensatz zum Raumverlust, der bei einer konventionellen Sanierung durch die allseitige Wärmedämmung entsteht.

Modernisierungsprojekt Herford mit Balkonverglasung Highline

Ausgereifte Technik vom Verglasungsspezialisten

Im Ziehharmonika-Prinzip können die Aluminiumelemente der Glas-Faltwand über die gesamte Balkonbreite aufgefaltet und als schmales Paket an der Seite verstaut werden. Im geschlossenen Zustand bringen die Elemente mit einer Ansichtsbreite von 99 mm im Flügelprofilstoß mehr natürliches Tageslicht und solare Energiegewinne in den Raum.

Stabilität und Langlebigkeit verleiht der multifunktionale Isoliersteg „bionicTURTLE®“ aus glasfaserverstärktem Polyamid. Zudem verfügen sie über integrierte Lauf- und Führungsschienen sowie eine kontrollierte Entwässerung. Mit einem Wärmedämmwert von Uw ≥ 0,8 W/m²K erfüllt das modulare, hochwärmegedämmte Aluminium-Profilsystem Highline höchste Ansprüche an die energetische Optimierung.

Modernisierte Wohnanlage Herford

Fazit

Durch eine energieeffiziente Fassade, die Nutzung erneuerbarer Energien, kombiniert mit Energierückgewinnungssystemen und einen effizienten Gebäudebetrieb entstanden vier klimaneutrale Gebäude mit insgesamt 24 Wohneinheiten. Eine ausgeglichene CO2 -Bilanz ist über die gesamte voraussichtliche Nutzungsdauer hinweg zu erwarten. Das aktuelle Energie- und CO2-Monitoring wies die Minderung des Primärenergiebedarfs um 89 Prozent nach – dies entspricht einer Reduktion der CO2-Emission um jährlich mehr als 170 Tonnen.

Interview

Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft WWS Herford setzt sich dafür ein, die erforderliche Energiewende sozialverträglich für die Mieter und wirtschaftlich darstellbar für die WWS Herford als Vermieterin voranzutreiben. Über das Sanierungs-Projekt haben wir mit Bauleiter Ralf Wöhler gesprochen.

Herr Wöhler, wie fällt rückblickend Ihr Fazit zur der Sanierung nach dem Energiesprong-Prinzip aus?

Für die WWS ist das Projekt eine wertvolle Erfahrung und ein wichtiger Beitrag zur Energiewende. Die Modernisierung nach dem Energiesprong-Prinzip macht natürlich viel Sinn: Sie bietet das Potenzial, gegenüber der klassischen Sanierung Zeit und Kosten zu sparen. Nun gilt es, aus den Erfahrungen zu lernen. So lassen sich Kosten und Zeitaufwand schrittweise optimieren. Ein Stück weit sehe ich es als Aufgabe der Wohnungsbaugesellschaften der öffentlichen Hand, vor entsprechender Förderkulisse zu testen. Das Netto-Null-Ziel zu erreichen, ist ein komplexer, aber wichtiger Prozess.

Was wünschen Sie sich von der Politik und der Baubranche?

Das Interesse der Branche an Projekten wie diesem ist groß. Damit umweltfreundliches Bauen nach dem Energiesprong-Prinzip in großem Maßstab möglich wird, muss die Politik über die nächsten Jahre durch einen großen Förderaufwand weitere Voraussetzungen für eine weniger kostenintensive Umsetzung schaffen. Auch die breitere Vernetzung der Akteure durch die dena ist wünschenswert. Gefordert ist zudem die Industrie: Für sie entsteht ein zukunftsweisender Markt, sofern sie mit anderen Akteuren zusammenarbeitet. Sie muss beispielsweise im Sinne der Nachhaltigkeit kurze Lieferwege ermöglichen.

Was hat Sie an diesem Verfahren der Sanierung besonders begeistert?

Sind die umfangreichen vorbereitenden Arbeiten und die Haustechnik erledigt, wird ein Gebäude an nur einem Tag eingehaust. Von alt auf neu – dieser faszinierende Effekt durch das Anbringen der großen Wandpaneele kann schon nach 12 Stunden betrachtet werden, das ist eine tolle Sache!

Wie fügen sich die Glas-Faltwände in das Sanierungskonzept ein?

Glas-Faltwände sind die ideale Lösung für Balkon- und Loggien-Sanierungen. Die Bewohner können sie wie ein Cabrio nutzen: geschlossen als Wohnraumerweiterung oder Wintergarten, offen als Balkon. Relevant ist zudem der Zugewinn an Wohnfläche. Ein normaler Balkon zählt nur zu einem Viertel als Wohnfläche, ein eingehauster zählt voll.  

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Solarlux?

Durch Solarlux haben wir bereits aus vorherigen Projekten gelernt, dass gegenüber dem Entfernen oder Sanieren bestehender Balkone die Einhausung in mehrerlei Hinsicht die überlegene Lösung ist. Da alle Abläufe perfekt durchorganisiert waren, können wir uns auch eine künftige Zusammenarbeit gut vorstellen. 

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