Lowtech-Prinzip: Energie passiv nutzen
Wir sind uns sicher: Gemeinsam und mit technologie-offenen Strategien ist die Klimawende möglich – Voraussetzung ist die individuelle und spezifische Betrachtung von Gebäuden zur Erreichung des bestmöglichen Niveaus an Energieeffizienz: Den „einen“ Sanierungsstandard gibt es genauso wenig, wie die Wirkung der Digitalisierung endlich ist: Digitale Werkzeuge beim Monitoring des Energieverbrauchs sind wichtig, ja, so wie PropTechs einzelne Abläufe oder ganze Prozesse helfen zu verschlanken. Doch ohne Eingriffe in die Substanz, ohne energetische Verbesserungen der Gebäudehülle bzw. ohne eine technologie-offene gesamthafte energetische Betrachtung, gepaart mit einer klugen Kombination aller Optionen nach dem Stand der Technik wird es nicht gehen.
Ohne „Gebäudewende“ gibt es insofern keine Energiewende. Während die Automobilindustrie lediglich die Energieerzeugung verlagert, können im Gebäudesektor die Menschen Teil der Lösung sein, wenn sie selbst Energie erzeugen. Und hierzu sind nicht allein neue Technologien wie additive PV-Module an Dach und Fassade nötig; mit klugen Sanierungskonzepten für Fassaden, insbesondere bei der Sanierung von Balkonen und Loggien, lässt sich über Bauelemente aus Glas gezielt ein solarer Energieeintrag generieren, der je nach baulicher Situation bis zu 20% des Primärenergiebedarfs ausmachen kann. Hierin liegt eine entscheidende und große Chance: Mehr als 400.000 Gebäude mit der bauphysikalischen Schwachstelle Balkon bzw. Loggia sind zu sanieren.