Glas-Faltwand Avenue Parmentier

Copyright: Schnepp Renou

Die Glas-Faltwände unterstützen unser architektonisches Konzept von Offenheit und Durchlässigkeit.
Projektarchitektin Claire de Fraguier
Atelier Tequi
Atelier Tequi
Über das Architekturbüro

Das Atelier Téqui entwickelt seit 2005 Projekte in unterschiedlichen Größen und Kontexten – von Neubauten über Sanierungen und Erweiterungen bis hin zu Aufstockungen. Das Spektrum reicht von öffentlichen Einrichtungen über Bürogebäude bis zu Wohnungsbauten.

Der Gestaltungsansatz des Ateliers beruht auf Nachhaltigkeit durch den bewussten Einsatz von Ressourcen und die Verwendung qualitativ hochwertiger Materialien. Ihre Entwürfe basieren auf der Auseinandersetzung mit der Geschichte des Ortes. So wird Architektur Bestandteil einer langen zeitlichen Entwicklung, die Patina zulässt und Beständigkeit sucht.

2018 wurde Louis Téqui vom European Centre for Architecture Art Design and Urban Studies als einer der „40 under 40” ausgezeichnet – als eine Stimme, die die Zukunft der europäischen Architektur mitgestalten wird.

Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft

Mit dem Vorhandenen weiterzubauen und die Geschichte der Stadt zu bewahren – das ist Atelier Téqui Architectes mit der Transformation eines ehemaligen Parkhauses in ein Wohngebäude im 11. Pariser Arrondissement überzeugend gelungen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Bauen im Bestand nicht nur ressourcenschonend, sondern auch identitätsstiftend sein kann – als respektvoller Dialog zwischen Vergangenheit und Zukunft.

Abriss oder Erhalt? Als 2018 der Architekturwettbewerb für das ehemalige Peugeot-Parkhaus an der Avenue Parmentier 58-60 ausgelobt wurde, ließ die Ausschreibung beide Optionen offen. Das Gebäude wurde 1957 von Claude Béraud als zweigeschossiges Parkhaus errichtet und in den 1960er-Jahren schrittweise auf fünf Geschosse aufgestockt. Die innere Gebäudeorganisation ist typisch für Garagenbauten dieser Zeit: Halbgeschosse sind über seitliche Rampen miteinander verbunden. Das Tragwerk besteht aus Innenstützen sowie Haupt- und Nebenträgern, die schlanke Betondecken tragen. Diese Bauweise ermöglichte große, stützenfreie Flächen, die flexibel genutzt werden konnten.

Das Gebäude wurde ursprünglich 1957 von Claude Béraud als zweigeschossiges Parkhaus errichtet und in den 1960er-Jahren schrittweise auf fünf Geschosse aufgestockt.
Copyright: Atelier Tequi Architectes

Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Respektvolle Sanierung mit Weitblick

Das Architekturbüro Atelier Téqui gewann den Wettbewerb mit einem Entwurf, der auf Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und einen respektvollen Umgang mit dem Bestehenden setzte. Sie überzeugten die Jury mit einem umfassenden Umbau- und Sanierungskonzept, das um eine dreigeschossige Aufstockung in Holzbauweise ergänzt wurde. Dabei konnte die vorhandene Beton-Tragstruktur weitgehend erhalten werden. Die neue Aufstockung wird über Mikropfähle und zusätzliche Stützen statisch gegründet, sodass die Lasten direkt in den Boden abgeleitet werden und die Bestandsstruktur nicht zusätzlich beansprucht wird.

Die markante Straßenfront des ehemaligen Parkhauses zur Avenue Parmentier
wurde erhalten und zugleich in eine öffenbare Doppelfassade umgewandelt.

Konstruktive Eingriffe mit minimaler Belastung

Die ursprüngliche Fassadenanmutung zur Avenue Parmentier blieb gewahrt, die Gebäudehülle jedoch zu einer funktionalen Doppelfassade umgebaut. Heute setzt die senkrechte, warm anmutende Holzverkleidung der modernem Aufstockungen einen spannungsvollen Kontrast zur typischen Straßenansicht aus den 1960er Jahren mit ihren breiten, durchgehenden Fensterbänden.

Zentraler Entwurfsgedanke war die Öffnung und Durchlässigkeit des ehemals geschlossenen Baukörpers. Um dies zu erreichen, wurden die seitlichen Rampen vollständig zurückgebaut und ausgewählte Deckenbereiche partiell abgetragen. So entstanden großzügige Innenhöfe und Lufträume, die Licht, Luft und Sichtbezüge ins Gebäudeinnere bringen. Begrünte Höfe und Dachgärten verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern tragen zur nachhaltigen Regenwasserbewirtschaftung und einer hohen Aufenthaltsqualität bei.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier

Der Zwischenraum wird als Wintergarten genutzt und erweitert die Wohnungen nach außen. Zudem erhöht er als Schall- und Klimapuffer die Wohnqualität maßgeblich.

Individuell wohnen mit historischem Bezug

In drei Gebäudeteilen entstanden 63 individuelle Wohneinheiten mit zwei bis fünf Zimmern, darunter zwei Maisonette-Wohnungen. Fast alle Appartements verfügen über großzügige Außenbereiche in Form von Wintergärten, Loggien oder Terrassen. Viele Wohnungen sind durchgesteckt, im Erdgeschoss bieten private Gärten zusätzliche Rückzugsorte.

Sichtbar belassene Original-Tragwerkstrukturen erinnern an die Geschichte des Ortes und verleihen den Räumen eine authentische Atmosphäre mit rauem Industriecharme.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier

Sowohl die gedämmte als auch die ungedämmte Ebene der Doppelfassade lassen sich flexibel von den Bewohner*innen öffnen. So kann das Raumklima selbst bestimmt werden.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Zwischen Raum und Geschichte: Die Doppelfassade

Die straßenseitige Bestandsfassade blieb in ihrer ungedämmten Originalform erhalten, wurde jedoch mit einer dahinterliegenden, wärmegedämmten Ebene zu einer Doppelfassade ergänzt, die sich vollständig öffnen lässt. Der Zwischenraum dient als akustisch und thermisch wirksamer Wintergarten. Dieser erweitert den Lebensraum der Bewohnerschaft nach außen und gewährt großzügige Ausblicke auf die Avenue und die Stadt Paris. Der äußere Sichtbeton des Bestands wurde mit weißer Farbe aufgefrischt, die alten Brüstungsbänder mit einfachen Schiebeelementen modernisiert. Für die neue, zurückversetzte Hülle wurden Leichtbauwände mit hinterlüfteter Holzwerkstoffverkleidung gewählt. Diese Primärfassade kann mit wärmegedämmten Glas-Faltwänden großflächig geöffnet werden.  

Die dreigeschossige Aufstockung in Holzbauweise bildet einen gelungenen
Kontrast zur weiß gestrichenen Fassade mit den horizontalen Fensterbändern.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Harmonische Holzvielfalt

Verschiedene Holzarten setzen im gesamten Projekt gezielte Akzente und bilden einen warmen Kontrast zum industriellen Betoncharme des Bestands. Die Fassaden der Aufstockung sind überwiegend mit Lärche verkleidet, während in den Wintergärten und Loggien Pappelholz für die Innenflächen zum Einsatz kam. In den Wohnungen schafft Eichen-Massivholzparkett eine wohnliche Atmosphäre. Für die Dach- und Wandelemente kam Fichte als Konstruktionsholz zum Einsatz. Alle Fenster und Glas-Faltwände bestehen aus Kiefernholz, das gemeinsam mit dem Kiefernholz-Fußbodenbelag der Wintergärten eine harmonische, optische Einheit bildet.

Die Bausubstanz blieb weitestgehend erhalten. Durch gezielte Rückbauten
wurde sie jedoch so geöffnet, dass helle, durchlässige Wohnräume entstanden.

Großzügige Öffnungen und optimaler Schallschutz

Als Übergange in die Wintergärten entschied sich Projektarchitektin Claire de Fraguier bewusst für Glas-Faltwände, da sie deren Öffnungsprinzip sehr schätzt: „Sie ermöglichen großzügige, barrierefreie Übergänge und lassen Innen- und Außenraum nahtlos miteinander verschmelzen.“ Insgesamt wurden 18 Glas-Faltwände des Systems Woodline von Solarlux verbaut. Jedes Element besteht aus drei Segmenten, die sich nach innen öffnen und – je nach Einbausituation – entweder nach links oder rechts zu einem schmalen Paket zusammenfalten lassen. „Die Glas-Faltwände unterstützen unser architektonisches Konzept von Offenheit und Durchlässigkeit“, erklärt de Fraguier weiter. „Deshalb haben wir uns früh für ihren Einsatz stark gemacht.“ Zum Thema Schallschutz fügt sie hinzu: „Dank der optimalen Schall- und Wärmedämmung der Woodline-Faltwände konnten wir darüber hinaus den geforderten Lärmschutz in den Wohnungen sicherstellen – ein entscheidender Aspekt bei der Lage an der vielbefahrenen Avenue Parmentier.“

Die Woodline-Serie von Solarlux zählt zu den wenigen Glas-Faltwandsystemen aus Holz auf dem Markt. Die schlanken Rahmenprofile lassen auch im geschlossenen Zustand viel Tageslicht in die Wohnungen, während die hohe Funktionalität und der Komfort den Anforderungen an modernes Wohnen gerecht werden.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier

Eine Glas-Faltwand besteht aus drei Elementen, die sich nach innen öffnen und je nach Einbausituation entweder nach links oder rechts zu einem schmalen Paket zusammenfalten lassen.

Nachhaltige Transformation mit Vorbildcharakter

Mit der behutsamen Metamorphose des Bestands gelingt Atelier Téqui Architectes ein herausragendes Beispiel für nachhaltige Stadterneuerung im Sinne des Klimaplans der Stadt Paris. Zentraler Entwurfsgedanke war die Öffnung und Durchlässigkeit des ehemals geschlossenen Baukörpers. Die Verbindung von ressourcenschonender Holzbauweise und dem respektvollen Umgang mit dem historischen Bestand sorgt für helle, offene Wohnräume mit hohem Komfort und großzügigen Außenraumbezügen. Das aus nachwachsenden Rohstoffen errichtete Gebäude überzeugt durch seine flexible Doppelfassade, die den Lebensraum erweitert, das Raumklima verbessert und für optimalen Schallschutz sorgt. So entsteht ein lebendiger Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart – ein Zuhause, das Identität stiftet und zugleich modernen Wohnansprüchen gerecht wird.

Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Glas-Faltwand Avenue Parmentier
Bautafel

Projekt: Sanierung und Aufstockung des ehemalige Peugeot-Parkhauses von 1957
Raumprogramm: 63 Wohnungen, 1 Gewerbeeinheit
Adresse: Avenue Parmentier 58-60, Paris (11. Arrondissement)
Bauherr: Quadral Promotion | Batigère Habitat
Entwurf und Bauleitung: Atelier Téqui Architectes
Umweltmaßnahmen: Klimaplan der Stadt Paris | Biobasiertes Gebäude
Grundfläche: 4.707 m² gesamt. Sanierter Teil: 2.886 m², Aufstockung: 1.821 m²
Wohnfläche: 4.313 m²
Wettbewerb: 2018
Fertigstellung: 2025
Verbautes Produkt: Glas-Faltwand Woodline

Zeichnungen

Der Vorher-Nachher-Effekt zeigt deutlich, wie viel von der Gebäudestruktur erhalten bleibt, wie die für Parkhäuser dieser Epoche typischen horizontalen Lichtbänder.

Technik auf einen Blick
Isolation thermique
Isolation thermique
Wärmedurchgangskoeffizient

Uw ≥ 1,0 W/m2K

Étanchéité à l'eau
Étanchéité à l'eau
Schlagregendichtheit

Bis 7A

Résistance charge vent
Résistance charge vent
Widerstandsfähigkeit

C3

Perméabilité à l'air
Perméabilité à l'air
Luftdurchlässigkeit

3

Isolation acoustique
Isolation acoustique
Schallschutzklasse

Rw bis 42 dB

protection anti effraction
protection anti effraction
Einbruchhemmung

RC2/RC2N

Glas-Faltwand

Die Möglichkeiten einer Glas-Faltwand sind beinahe unbegrenzt. Sie leistet, was kein anderes bodentiefes Fenster bietet: Großzügige Glasfronten, die sich zu fast 100 % öffnen lassen und im geschlossenen Zustand maximalen Schutz bieten. Denn anders als bei der klassischen Schiebetür lassen sich die einzelnen Elemente der Glas-Faltwand zu einem schmalen Flügelpaket komplett zur Seite falten. Diese Fähigkeit qualifiziert die Glas-Faltwand auch für eine flexible Innenraum-Organisation in sämtlichen Gebäudetypen, wie z. B. Raumerweiterungen in Büros, im Handel und in der Gastronomie sowie in Schulen. Ihre grenzenlose Kombinierbarkeit sowie beste Dämmwerte machen sie darüber hinaus zu einer effizienten Fassadenlösung in der Ertüchtigung von Balkonen und Loggien.

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