Nachhaltige Sanierung eines Einfamilienhauses in Pressbaum (A)
Inmitten des UNESCO-Biosphärenparks Wienerwald hat sich eine Bauherrenfamilie ein zweites Zuhause im Grünen geschaffen. Den passenden Ort fanden sie in einem sanierungsbedürftigen Einfamilienhaus aus den 1970er-Jahren. Trotz schwieriger baulicher Voraussetzungen gelang es, die alten Mauern in ein zeitgemäßes Wohnambiente zu verwandeln. Dreh- und Angelpunkt des Familienlebens ist heute ein fließender Raum, der sich mit einer flexiblen Fassade aus Glas-Faltwänden vollständig zur Natur öffnet.
Der Abriss des Hauses stand zu keiner Zeit zur Diskussion. Er war eine bewusste Entscheidung der Bauherrenfamilie und dem beauftragten Architekturbüro studio stark für den respektvollen Umgang mit dem Bestand und den vorhandenen Ressourcen. Besonders herausfordernd war dies, da ein Teil der Bausubstanz durch frühere An- und Umbauten aus zweckorientierten und kurzlebigen Materialien bestand. Der Grundriss wurde vollständig neu strukturiert, der ursprüngliche Eingangsbereich verlegt und im Dachgeschoss fanden die Kinder ihren Lieblingsort: einen eigenen Spielraum mit Netzen und Kletteraufbauten.
Herzstück der Sanierung ist ein großzügiger, barrierefreier Begegnungsraum, der weit mehr ist als eine herkömmliche Wohnküche. Er dient als zentraler Kommunikations- und Aufenthaltsort der Familie. „Der Bauherr wünschte sich, dass hier alles zusammenkommt: Kochen, Spielen, Arbeiten und Feiern“, erläutert Architekt Birk Stauber. Dafür wurde der bestehende, marode Anbau entfernt und durch einen neuen ersetzt. Zwischen Küche und Terrasse sorgen heute raumhohe Glas-Faltwände für fließende Übergänge zwischen innen und außen.