Glas-Faltwand-Kunsthalle Mannheim
Die Stadt der Kunst in der Stadt der Quadrate

Kunstmuseen befinden sich oft an exponierten und identifikationsstiftenden Orten einer Stadt. Das bringt bei Neubauten eine große Verantwortung mit sich, birgt aber auch die Chance, die wichtige Rolle auf eine anregende, neue Art auszufüllen. In Mannheim galt es eine Ausstellungshalle für moderne und zeitgenössische Kunst zu bauen. Der Standort ist der schönste Platz der Stadt: Hier steht der Jugendstil-Wasserturm, ein Wahrzeichen Mannheims, historische Bauten und Arkaden säumen das grüne Kleinod. Die Aufgabe war also eine Herausforderung. Hinzu kam die Auflage, den Neubau mit dem Jugendstil-Altbau von Hermann Billing zu einem arbeitsteiligen Museums-Ensemble zu formen.
Beim Wettbewerb konnte sich das international erfolgreiche Büro gmp gegen die schillernde Konkurrenz durchsetzen. Der Vorsitzende des Preisgerichts Professor Jörg Friedrich lobte die "bemerkenswerte Kraft des Entwurfs, eine Architektur, die sich in den Dienst der Kunst stellt, ohne eigene Ansprüche aufzugeben. Die Kunsthalle von gmp ist in ihrer spannenden Balance zwischen Transparenz und Geschlossenheit, Klarheit und Emotionalität eine souveräne Behauptung und bewältigt doch zugleich die sorgfältige Einbindung in den urbanen Kontext."

Kunsthalle Mannheim
Quadrat und Kubus

Das Konzept der Hamburger greift die für Mannheim typische Schachbrettstruktur auf. Das orthogonale Straßenmuster stammt noch aus dem Barock und gehört zur besonderen Identität der Stadt. Keine schlechte Entscheidung, denn Quadrat und Kubus sind auch für Museen aus vielen Gründen ideale Grundformen. Sie nutzen den Baugrund am effektivsten, sie sind in energetischer Hinsicht klug, da sie Hülle zu Volumen in das bestmögliche Verhältnis setzen. Und sie spielen den Kuratoren bei der Hängung oder Platzierung von Kunstwerken in die Hand.

Restaurant LUXX des Kunstmuseum Mannheims mit halb geöffneter Glas-Faltwand
Stadt in der Stadt

Ein weiterer zentraler Anspruch des Entwurfs war es, urbane Qualitäten baulich erfahrbar zu machen. Die Architektur sollte transparent und offen, maßstäblich und flexibel sein und zum international und kulturell vielseitigen Standort passen. gmp entschied sich für das Konzept einer „Stadt in der Stadt“. So kann jeder Interessierte das Museum ohne Eintrittskarte betreten und das 22 m hohe und 800 m² große Atrium erleben. Auch der Museumsshop und das Restaurant LUXX können Besucher unabhängig von der Ausstellung nutzen. 
Innen sind die Funktionen analog zu städtischen Elementen wie Wegen, Plätzen, Häusern und Blöcken angeordnet. Sieben Ausstellungshäuser gruppieren sich um das Atrium. Dreizehn schwebende Galerie-Kuben sind über Brücken, Treppen und Terrassen miteinander verbunden, ohne den Besuchern eine Reihenfolge aufzuzwingen. Stattdessen lädt das Museum sie ein, sich die Kunst mäandernd und flanierend selbst zu erschließen. So als wäre man zu Besuch in einer unbekannten Stadt und erkunde neugierig Straße um Straße, Viertel um Viertel. Ein zeitgemäßes, dynamisches Museumskonzept, wie es auch die Wettbewerbsausschreibung gefordert hatte.

Restaurant LUXX des Kunstmuseum Mannheims mit halb geöffneter Glas-Faltwand
Transparenz

Transparenz ist ein Begriff, ohne den heute kaum noch ein öffentlicher Neubau auskommt. Diese Omnipräsenz mag ermüden, doch sie entspricht nicht nur dem gestalterischen Zeitgeist. Sie steht auch für ein demokratisches, barrierefreies Selbstverständnis: Kunst ist für alle da. Und Kunstgebäude sollen diese Niedrigschwelligkeit deshalb auch baulich abbilden. In Mannheim haben die Planer Transparenz konsequent in Architektur übersetzt. Dies ist schon von Weitem an der besonderen Fassade ablesbar. Vor die dunkelgrauen, samtig matten Fassadentafeln aus Faserzement haben sie ein filigranes Gitter aus Edelstahlseilen, dünnen Drähten und Rohren gesetzt, das sogenannte „Edelstahl-Mesh“. Es wirkt wie ein textiles Gewebe: fein, leicht und licht. So gibt es den Blick auf den Baukörper frei und lässt die voluminöse Kubatur gleichzeitig weniger massiv wirken. Der eigens kreierte, bronzefarbene Farbton greift den Sandstein der Region und des Museumsaltbaus auf und trägt so dazu bei, den großen Neubaukörper in Beziehung zu seiner Umgebung zu setzen.

Restaurant LUXX des Kunstmuseum Mannheims mit geschlossener Glas-Faltwand
Transparenz

Reizvoll unterschiedlich changiert das Gebäude je nach Sonneneinstrahlung. Ist das Innere beleuchtet, treten nachts die unregelmäßigen Baukörper deutlich hervor, die tagsüber wie unter Nebel verborgen scheinen. Auch innen spielen Ein-, Aus- und Durchblicke eine große Rolle. Riesige Fenster erlauben die Sicht in alle Richtungen, durch das Glasdach über dem Atrium sogar bis hinauf in den Himmel. Es dominiert die Farbe Weiß, die das üppig einfallende Licht nicht bei sich behält, sondern großzügig durch das ganze Haus fließen lässt. Bei aller Klarheit und Helligkeit sorgen handverputzte Wände, der Zement-Estrich oder das Holz auf den Galerie-Balustraden und Handläufen dafür, dass das Haus nicht aseptisch wirkt. Es strahlt eher die Ruhe und Empfänglichkeit einer Leinwand aus, die hier nicht nur von der Kunst beschrieben, bemalt, behauen wird, sondern von den Besuchern selbst. Indem sie die Räume erkundend einnehmen.

Die Erweiterung des Raums

Das Restaurant LUXX neben dem Eingang des Museums ist Teil des Hauses, aber auch allen anderen Gästen zugänglich. Gemeinsam mit der Design- und Kommunikationsagentur „Werkstudio“ plante gmp hier ein offenes Raum- und Designkonzept, das die große Front zum Friedensplatz optimal nutzt. Im Namen steckt schon ein Teil des Architekturkonzepts der Kunsthalle. Lux bedeutet Licht, das zweite „X“ steht für die jahrhundertealte Gitterstruktur der Stadt. 
Offenheit und Transparenz sind auch hier die vorherrschenden Merkmale, und sie spiegeln sich im Selbstverständnis der Gastronomen wider. So wie Mannheim selbst soll das LUXX ein Ort der Begegnung und des Austausches der Kulturen sein. Hohe Decken und zwei, atmosphärisch ganz unterschiedliche Geschosse schaffen den repräsentativen Rahmen hierfür: Das Erdgeschoss ist lichtdurchflutet, das dunklere Obergeschoss deutlich intimer.

Im Erdgeschoss sorgt die in die Fassade integrierte Glas-Faltwand für ein Gefühl der Grenzenlosigkeit und Verbundenheit mit dem Außen. Die Glas-Faltwand „Highline“ erstreckt sich über die gesamten 13 Meter der dem Friedrichsplatz zugewandten Restaurantfront. Ist sie geschlossen, interagieren das Restaurantinnere, das Museum und die Umgebung über Spiegelungen aus dem Atrium oder bodentiefe Ausblicke zur Straße dennoch miteinander. Bei schönem Wetter lassen sich die sechs Glaselemente wie eine Ziehharmonika öffnen und als schmale Pakete rechts und links verstauen. Die filigranen Profile mit einer Ansichtsbreite von nur 99 Millimetern stören die Durchsicht kaum. Die bodenbündige Schiene ist komplett barrierefrei und ermöglicht Gästen und Personal das schwellenlose Passieren. Im Sommer wird aus der Innen- und der Außengastronomie so eine einzige Fläche. Das System kann, als einziges seiner Art, mit exzellenten Wärmedämmwerten von einem Uw-Wert bis 0,8 W/m2K bei einer Bautiefe von nur 84 Millimetern aufwarten. Im LUXX wurde außerdem ein Glas verwendet, das der Einbruchschutznorm Rc2 entspricht – ein wichtiger Teil des Sicherheitskonzeptes eines Museums. Auch im LUXX zeigt sich die Stärke der Kunsthalle. Oder wie es gmp formuliert: „Das gesamte Raumkonzept verwebt Museums- und Stadtraum vielfach funktional und visuell miteinander.“ (Quelle: gmp)

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